Ich und mein Abenteuergen, auch Ass genannt

Tja, da ist sie nun, die leere Seite, die wartet von mir mit schlauen Sachen gefüllt zu werden. Und ich sitze wie ein paralysiertes (ich musste jetzt erst mal googlen wie man das Wort überhaupt schreibt…) Kaninchen vor meinem Rechner und frage mich, was um alles in der Welt ich hier auf diese Seite schreiben soll. Nicht, dass es nicht genug zu erzählen gäbe, aber letztendlich soll das, was ich da jetzt schreibe, ja auch noch jemand lesen. Was ist also wichtig, was so unwichtig, dass man beim Lesen eher einschläft oder sich denkt: „Ne lass mal, da kuck ich doch lieber nochmal wie das Wetter morgen wird!“.

Hmm…so viele Fragen. Ich glaube hier sind wir eigentlich schon im Thema. So viele Fragen. So viele Gedanken. So viel zu bedenken. Mein Kopf ist eigentlich immer randvoll mit allem Möglichen. Manches mag einem Normalsterblichen unwichtig erscheinen, für mich sind meine Gedanken aber immer gleich wichtig. Da können große philosophische Fragen wie der Sinn des Lebens, neben der Frage stehen, ob ich denn nun meinen Schokoladenpudding (der übrigens gerade in der Küche auf mich wartet!) nachher lieber mit oder ohne Zuckerstreusel essen will (ich denke mit) und gleichzeig sitze ich hier, schreibe diesen Text und frage mich dabei, ob das nun wirklich das ist, was die Leute auf solch einer Internetseite lesen wollen. Ich hoffe ja, wenn nein, vielleicht doch besser der Wetterbericht?

Im autistischen Spektrum zu Hause zu sein macht einen anders, ganz zwangsläufig, denn man ist anders. Ich bin anders. Ich ticke nicht so, wie der Großteil um mich herum. Oftmals macht mir das das Leben, hmm… ich möchte nicht sagen schwer, denn schwer scheint mir nicht passend, eher kompliziert. Ja, mein Leben ist manchmal etwas kompliziert, einfach weil ich versuche mich im gesellschaftlichen Dschungel des „Normbürgers“ zurecht zufinden und statt ner Machete leider nu mein mickriges Taschenmesser dabei hab (ohne Säge!). Ich möchte an dieser Stelle gleich einmal betonen, das ich „Normbürger“, „Durchschnitt“ oder „neurotypisch“, wann immer diese Worte auf meiner Seite oder in meinem Blog auftauchen, keinenfalls abwertend meine.  Im Gegenteil. Es gibt schon Tage oder Situationen, an denen ich manchmal gerne „normal“ wäre und einfach so funktionieren möchte, wie der Großteil um mich herum. Das würde vieles einfacher machen für mich und auch für die Menschen die mich lieben.

Aber wie gesagt, nur manchmal. Denn im Großen und Ganzen liebe ich es so zu sein wie ich bin und ich mag mein Leben im Spektrum. Ja, ich mag es wirklich. Denn durch meine besondere Art zu Leben und die Welt zu sehen, verwandelt sich das normale Leben häufig in ein Abenteuer und was gibt es schöneres als ein Leben voller Spannung, Aufregung, tiefer Gefühle und der absoluten Sicherheit, dass alles richtig ist so wie es ist. Ich mag das Leben und die Herausforderungen die es mir bietet genauso, wie ich meine ruhige, gemütliche Drachenhöhle mag, in die ich mich manchmal alleine zurückziehe um über das Erlebte nachzudenken.  

Ja, ich mag mein Ass!