Impuls für die zweite Woche

Sei da wo deine Füße sind…

Wir befinden uns jetzt bereits seit einer Woche auf dem Weg durch die Fastenzeit, auf dem Weg hin, nach Ostern. In der letzten Woche stand er an, der erste Schritt. Nun ist er schon getan. Vielleicht fiel er dir leicht, vielleicht bist du schon weit gekommen, hast einen oder viele erste Schritte tun können oder in deinem Umfeld so einige beobachtet. Vielleicht fiel es dir aber auch schwer das losgehen, dass sich ja manches mal doch wie ein Sprung ins Leere anfühlt. Beides ist in Ordnung, beides ist gut.

Nun sind wir also in Woche zwei. Die erste Etappe ist geschafft. Um was geht es nun in dieser zweiten Woche? Ich denke, die passende Fortsetzung für unseren Weg, gerade jetzt, wo wir uns noch am Anfang befinden, ist das Thema der unmittelbaren Gegenwart, des „Bei-sich-seins“, der Konzentration auf das Jetzt.

„Sei da, wo deine Füße sind!“ und „Wo du bist, sei ganz!“ sind zwei Zitate die mich schon seit vielen Jahren begleiten. Von wem sie stammen weiß ich leider nicht mehr, aber ich denke, das spielt auch keine allzu große Rolle. Da sein, wo die eigenen Füße sind. Klingt einfach. Schließlich sind unsere Füße ja festgewachsen und von daher nehmen wir sie ja sowieso immer überall mit hin. Das ist hier allerdings nicht gemeint. Es ist natürlich richtig, dass unsere Füße uns immer und überall hin begleiten, allerdings befinden sich unser Geist und unsere Seele, wenn wir ehrlich sind, nur eher selten ebenfalls am gleichen Ort. Viel zu oft sind wir in den Gedanken bei den Geschehnissen von gestern, oder den Sorgen und der Organisation von morgen, oder nächster Woche. Beim Urlaub der noch geplant werden muss, die Veranstaltungen, zu denen man die Kinder noch bringen muss, den Geburtstagsgeschenken die zu besorgen sind, der nächsten Prüfung oder der letzten, die vielleicht nicht ganz so lief wie man sie gerne gehabt hätte. Unser Geist ist ständig in Bewegung, aber nur selten im hier und jetzt.

Wenn wir lernen wollen, wie das denn so genau geht, das „im-hier-und-jetzt-sein“, dann müssen wir eigentlich nur kleine Kinder beobachten. Für Kinder gibt es nur das Jetzt, das Unmittelbare. Hier leben sie, sind sie zu Hause. Das Gestern, das Morgen gibt es zwar, aber diese Zeiten haben so gut wie keine Relevanz für sie. Sie geben sich ganz dem Augenblick hin und kosten ihn in vollen Zügen aus. Genau das ist gemeint mit „Wo du bist, sei ganz!“ und „Sei da, wo deine Füße sind.“
„Werdet wie die Kinder, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ heißt es in der Bibel.
Vielleicht fangen wir diese Woche einfach einmal damit an. 😉

Einladung für die zweite Woche der Fastenzeit:

  • Versuche dich jeden Tag (einmal) bewusst wahrzunehmen.
    Stelle dich dazu mit beiden Beinen fest auf den Boden und spüre deine Füße. Merkst du, wie du jetzt im Moment fest auf der Erde stehst. Dann konzentriere dich auf deinen Atem und spüre, wie die lebenspendende Luft in dich hinein- und wieder hinausströmt. Atme dreimal ganz bewusst ein und aus.
    Sei ganz im Hier und Jetzt


  • Vielleicht ergeben sich Situationen in der kommenden Woche, die dir Gelegenheit bieten im Alltag immer wieder einmal einen Moment ganz bei dir zu sein. Wenn du auf etwas/jemanden wartest und in der Sonne sitzt zum Beispiel. Halt dein Gesicht in die Sonne und sei einfach da. Oder wenn du eine Tasse Kaffee/Tee trinkst. Genieße ihn. Schmecke ihn, nimm ihn ganz bewusst wahr.
    Und wenn sich die Möglichkeit ergibt: Beobachte Kinder.
    Wie sie ganz im Jetzt sind. Mit ihrem Spiel, ihrer Freude und auch ihrer Wut und Traurigkeit. Kinder gibt es immer nur in „Echtzeit“. 😉

In diesem Sinne: Auf ein gutes, bewusstest weitergehen in Woche zwei!