Impuls für die dritte Woche

Die Sache mit dem richtigen Weg…

Auch die zweite Woche der Fastenzeit geht nun zu Ende. Einiges haben wir bereits erlebt in den vergangenen 14 Tagen. Erste Schritte wurden gegangen, vielleicht die eine oder andere Gelegenheit genutzt, um ganz bei unseren Füßen im Hier und Jetzt zu sein… Ein gutes Stück Weg liegt schon hinter uns, ein etwas größeres noch vor uns. Das Ziel ist noch nicht wirklich in Sichtweite, aber die Richtung stimmt. Oder?

Stimmt sie wirklich? Sind wir noch auf dem richtigen Weg? Können wir das wirklich mit letzter Gewissheit sagen? Wer garantiert uns denn, dass wir uns wirklich noch in großen Schritten Richtung Ostern bewegen? Vielleicht sind wir ja auch längst irgendwo falsch abgebogen in den vergangen Wochen und landen am Ende bei Weihnachten?! Wer weiß das schon?!

Tja, es ist so eine Sache mit den Wegen, die man im Leben geht. Manchmal ist man sich ganz sicher, in die richtige Richtung zu gehen, nur um dann, manchmal auch erst kurz vor dem anvisierten Ziel, zu merken, dass es eigentlich der falsche Weg für einen selber war. Dass er nicht so richtig passt, dass man ihn vielleicht gar nicht gegangen wäre, wären die äußeren Umstände anders gewesen. Das muss deswegen nicht immer heißen, dass der gesamte Weg, den man gegangen ist, nicht gewinnbringend für einen selbst war. Vielleicht hat man auf diesem Pfad, die eine oder andere nette Begegnung haben dürfen, hat wunderschöne und erfüllende Moment geschenkt bekommen. Alles Dinge, die man nie erfahren hätte, wäre man diesen Weg nicht gegangen. Oder, um es etwas platter auszudrücken: Man kann sich total verrennen und trotzdem unendlich viel dabei gewinnen. Und wenn es „nur“ Lebenserfahrung war. Ich glaube, jeder von uns weiß, wovon ich spreche, zumindest ich habe mich schon ziemlich oft verrannt in meinem Leben… und ich weiß auch: Ich würde jeden dieser „Irrwege“ wieder gehen, denn auch sie haben mich geformt und zu der Person geformt, die ich heute bin.

Denn, wie sagte schon der, von mir sehr verehrte, Paul Watzlawick:

„Irrwege müssen erst begangen werden, um sich als Irrwege zu erweisen.“ 😉


Einladung für die dritte Woche der Fastenzeit:

  • Wie geht es dir gerade in deinem Leben, gibt es Bereiche in denen du das Gefühl hast, auf einem Irrweg unterwegs zu sein, oder gar in einer Sackgasse festzustecken?

    Wenn nein: Gratulation! Dann genieße es, und gehe deinen Weg voller Freude und Fröhlichkeit weiter, denn du bist (jetzt gerade) auf dem für dich passenden Weg.

    Wenn ja: Gibt es etwas, was dir helfen könnte, aus der Sackgasse herauszukommen? Bist du dir sicher, dass dein Weg ein Irrweg ist? Vielleicht hast du dich auch, ohne es zu merken, in ein Labyrinth verirrt und der Ausgang ist näher als du denkst?!
    Wenn du dir sicher bist: Setz dich auf den nächsten Stein und betrachte deine Umgebung.
    Wo meinst du könnte der richtige Weg liegen? Gibt es vielleicht jemanden, den du nach dem Weg oder zumindest einer Idee dafür, fragen könntest?
  • Mach dir bewusst: Egal welchen Weg du gerade gehst und wo auf selbigem du dich gerade befindest, dort wo du bist, bist du gerade richtig. Dein aktueller Standpunkt zeichnet dich aus, weil er Teil deines Lebensweges ist.
    Egal, ob du mit deinem aktuellen Standpunkt zufrieden bist oder nicht, er ist der Ausgangspunkt für alle deine weiteren Lebenswege und im besonderen für deinen nächsten Schritt. Die Frage ist, in welche Richtung du diesen nächsten Schritt weitergehst!



P.s. Um evtl. Unsicherheiten vorzubeugen: Keine Sorge, auch wenn das Thema der dritten Woche die Irrwege sind, ich kenne den Weg nach Ostern. Ihr könnt also beruhigt schon mal anfangen, Schokolade und bunte Eier zu produzieren 😉