Impuls für die fünfte Woche

„Finde dein eigenes Tempo!“

……sprach die Schnecke und zog freudig ihrer Wege.

Herzlich Willkommen in Woche 5. Nur noch zwei Wochen bis zum Ostersonntag. Fast ist es geschafft und sicher ist viel passiert in den vergangenen 28 Tagen. Ich hoffe euch sind in der vergangenen Woche jede Menge Wunder geschickt worden.

„Finde dein eigenes Tempo!“, eine wichtige Grundregel, wenn man eine Wanderung auf sich nimmt. Oftmals ist es auf längeren Wanderungen, Bergtouren oder Pilgerwegen ja so, dass man sich anfangs voller Schwung und Enthusiasmus auf den Weg macht und alles einem leicht, beschwingt und einfach vorkommt. Mit der Zeit, wenn man eine Weile gegangen ist und die ersten Blasen an den Fersen entstanden sind, ist der Enthusiasmus dann schnell verflogen und das Gehen wird mühsam und beschwerlich. Das ist grundsätzlich erst einmal vollkommen normal und in Ordnung. Schwierig wird es dann jedoch, wenn man in einer Gruppe läuft, in der scheinbar alle schneller, trainierter, besser gelaunt, oder auch nur professioneller ausgerüstet scheinen. Manch einer wird uns bemitleiden, ein anderer gar grinsend an uns vorbeiziehen. Das Ende vom Lied: wir fühlen uns unfähig und schlecht. Oftmals gar nicht deswegen, weil wir wirklich so große Schmerzen haben, oder das Gefühl, für uns selber zu langsam zu sein. Nein, wir fühlen uns schlecht, weil gefühlt „alle anderen es besser können.“

Diese Wandererfahrung lässt sich eins zu eins auch auf unser restliches Leben übertragen. Wie oft erleben wir Situationen, in denen wir uns schlecht fühlen, ungenügend, scheinbar unfähig. Die Frage, die ich hier an dieser Stelle stellen möchte: Ist es tatsächlich so? Was bewegt uns zu diesen Gedanken? Was gibt uns das Gefühl, nicht gut genug zu sein?

Jeder einzelne von uns ist einzigartig. Auf seine ihm ganz eigene Art und Weise. Wie kann es da sein, dass wir der Meinung sind, anders sein zu müssen als wir nun mal sind? Wir können uns noch so anstrengen, um dem Bild eines anderen zu entsprechen, letzten Endes werden wir damit scheitern. Jeder von uns hat auf dieser großen, wunderschönen Erde eine Aufgabe, die nur er selbst erfüllen kann, dessen bin ich sicher. Doch dazu ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wo die eigenen Stärken liegen. Das eigene Tempo, die eigene Farbe, der eigene Ton, in diesem großen Wunder das Leben heißt. Ganz egal ob jemand anders meint, dass dein Tempo zu gering, deine Farbe zu grell, oder dein Ton zu hoch sei. Das ist nicht wichtig und nicht richtig, denn DU allein, bist der Fachmann für DICH selbst.

Darum: Laufe, leuchte und klinge so wie es dir entspricht. SEI DU! Denn genau das braucht die Welt!

Einladung für die fünfte Woche der Fastenzeit:

  • Nimm dir einen Filzstift, oder ein Stempelkissen und nimm einen Fingerabdruck von dir. Welchen Finger du dir dabei aussuchst ist einerlei. Nimm den, der dir am besten gefällt.
    Betrachte deinen Fingerabdruck jeden Tag mindestens einmal und mach dir bewusst, dass diesen Abdruck nur ein Mensch von 7 840 000 000 Menschen hat, nämlich DU!
    Du bist etwas Besonderes!


  • Sei während der Woche aufmerksam. Wann versuchst du dich Menschen in deiner Umgebung in einem Maß anzupassen, das dir nicht gut tut. Warum tust du das? Was bewegt dich? Was müsste anders sein, damit es dir gut geht? Was brauchst du?

  • Nimm dich und deine Bedürfnisse ernst. Du bist es wert!